Anwohner sorgen sich um Dimension des geplanten Bauprojekts im Südviertel

Anwohner sorgen sich um Dimension des geplanten Bauprojekts im Südviertel

Im Südviertel von St. Ingbert sollen in unmittelbarer Nähe der Fideliswiese 46 neue Wohnungen entstehen. Die Saarbrücker Zeitung berichtete über das geplante Bauprojekt.

Rendering Neubauprojekt

Quelle: ARCHITEKTUR+KAMIL, aus der Begründung zum Bebauungsplan, Stadt St. Ingbert

Der Stadtrat hat hierzu kürzlich einen ersten Beschluss gefasst. Laut der Stadtverwaltung hätte die Bürgerinitiative Fideliswiese die Pläne befürwortet. Diese Darstellung ist nur teilweise zutreffend.

Die Bürgerinitiative ist nicht grundsätzlich gegen das Bauprojekt, zumal es sich um ein privates Grundstück handelt. Allerdings sehen wir mehrere Aspekte kritisch. Insbesondere die geplanten Dimensionen des Wohngebäudes bereiten uns und vielen Anwohnerinnen und Anwohnern Sorgen. Derzeit ist ein Bau mit vier Stockwerken, einer Höhe von 14 Metern und einer Breite von etwa 50 Metern vorgesehen.

Wir befürchten, dass hier ein überdimensioniertes Raumschiff entsteht, das sich nicht in die bestehende Bebauung des Viertels einfügt. Unsere Perspektive haben wir der Stadtverwaltung in mehreren Gesprächen mitgeteilt. Die Bürgerinitiative setzt darauf, mit der Stadt weiterhin konstruktiv im Dialog zu bleiben – und erwartet, dass Anwohnerinnen und Anwohner verbindlich in die weitere Planung einbezogen werden.

Grundsätzlich erkennen wir als Bürgerinitiative den Bedarf an zusätzlichem Wohnraum an. St. Ingbert braucht Wachstum und Entwicklung. Doch neue Bauprojekte müssen sich harmonisch ins Stadtbild einfügen und im Einklang mit dem jeweiligen Viertel stehen. Konkret fordern wir eine Reduzierung der geplanten Gebäudehöhe.

Auch die Entwicklung des Verkehrs im Südviertel durch die Neubebauung sehen wir kritisch. In der St.-Fidelis-Straße herrscht schon jetzt Parkdruck und phasenweise Verkehrschaos – ausgerechnet im Bereich der Grundschule. Wir befürchten, dass unser Viertel künftig mit einem viel stärkeren Verkehrsaufkommen belastet wird. Von der Stadt gibt es offenbar bislang noch keine Analyse, welche Auswirkungen die Neubebauung verkehrstechnisch hat.

Wir als Bürgerinitiative sind keine grundsätzlichen Bedenkenträger, sondern wollen konstruktiv mitwirken. Stadtverwaltung und Projektentwickler dürfen jedoch nicht an den Menschen im Viertel vorbeiplanen. Das Bauprojekt wird das Viertel dauerhaft prägen – deshalb sind Augenmaß, Transparenz und Feingefühl unerlässlich.

Text: Klaus Ackermann